Planet der Offiziellen Seiten der Piratenpartei

08. December 2016

Blog der Berliner Piraten

R2G: Bildung oder: Es ist noch ein weiter Weg – Teil III

Gemeinschaftsschule und Gymnasium
Die Abschaffung des Probejahrs im Gymnasium hat es nicht in den Koalitionsvertrag geschafft. Damit bleibt das Gymnasium unangetastet.Nach wie vor ist es davon entbunden, die Schüler_innen dort abzuholen, wo sie stehen.

Wir begrüßen das Bekenntnis zur Gemeinschaftsschule als Regelschule. Es fehlt allerdings die Möglichkeit für jede Gemeinschaftsschule, eine eigene gymnasiale Oberstufe einzurichten. Hier wird weiterhin auf Kooperationsmodelle mit den Oberstufenzentren (OSZ) gesetzt. Das verfestigt die jetzige Teilung der Schulen und führt zwangsläufig zur Herausbildung von weniger attraktiven „Resteschulen“. In einigen Bezirken könnten neue Gemeinschaftsschulen außerdem an der Blockadehaltung der CDU scheitern, die immer noch von der sozialistischen Einheitsschule spricht. Der Druck der Eltern wird also weiterhin nötig sein.

Die berufliche Bildung

Wir begrüßen die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung. Innovativ ist die Erhöhung der Verfügbarkeit von schulischer und beruflicher Bildung bis 27. Das bedeutet, dass Schulabbrecher_innen und Geflüchtete länger im regulären Bildungssystem unterrichtet werden können, statt beim ersten Bruch in ihrer Biographie auf das Nadelöhr des Zweiten Bildungsweges angewiesen zu sein.

Medienkompetenz und digitale Bildung

Nachdem bisher Medienkompetenz und digitale Bildung vor allem der Universität vorbehalten waren, sollen sie in den nächsten fünf Jahren in den Schulen ankommen. Die Ausstattung mit „zeitgemäßer“ Hart- und Software sowie Breitbandanschlüssen und WLAN für alle Schulen steht jetzt ebenso im Koalitionsvertrag, wie die Umsetzung der Medienplattform OER und ein Bekenntnis zu open source-Software – beides haben die PIRATEN in der letzten Legislatur angeschoben.

Fazit

Im Bildungsbereich setzt die Koalition auf inhaltliche Kontinuität und eine bessere finanzielle Ausstattung. Die kann allerdings durchaus einen Unterschied im Schulalltag ausmachen, wenn sie denn wirklich und an den richtigen Stellen eingesetzt wird.

Inhaltlich ist der vorliegende Koalitionsvertrag von r2g nicht der ganz große Wurf. Einen verbesserten Personalschlüssel zum Beispiel für JüL (Jahrgangsübergreifendes Lernen) und individuelles Lernen ist nicht vorgesehen. Gemeinschaftsschulen können gegründet werden, aber ohne eigene Oberstufe, während die Gymnasien weiterhin privilegiert werden.

by Gabriele Biwanke-Wenzel at 08. December 2016 02:51 PM

R2G: Bildung oder: Es ist noch ein weiter Weg – Teil II

Inklusion
Die Koalition hat offenbar eingesehen, dass Inklusion nicht zum Nulltarif zu haben ist. Hier wird eine bedarfsgerechte personelle und materielle Ausstattung versprochen, die vor allem den Schulen zugute
kommen wird, die viele Schüler_innen mit Förderbedarfen aufnehmen. Hier soll ausdrücklich auf Finanzierungsvorbehalte verzichtet werden. Wir begrüßen, dass r2g ausdrücklich auch die Gymnasien in die Pflicht
nehmen will. Wenn sie nicht nur Schüler_innen mit körperlichen Einschränkungen aufnehmen, setzt das allerdings voraus, dass die Gymnasien weitaus stärker binnendifferenziert unterrichten müssen, um einer heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden.

Sprachkenntnisse
Wirklich innovativ finden wir die Absicht, dass Schüler_innen mit Migrationshintergrund ihre Sprachkenntnisse (u.a. Kurdisch, Arabisch) als Fremdsprache einbringen können. Besonders für Geflüchtete scheitert bisher der Erwerb von allen Schulabschlüssen am zusätzlich zur Deutschen Sprache geforderten Englisch. Das Konzept der sogenannten Willkommensklassen für Zugewanderte ohne Deutschkenntnisse bleibt wie gehabt erhalten. Wie der Übergang in die Regelklassen und die Berufliche Bildung erfolgen soll, ist nach wie vor unklar, da sich die Regelschulen bisher nicht auf die Geflüchteten eingestellt haben.

Teil III folgt

by Gabriele Biwanke-Wenzel at 08. December 2016 02:47 PM

R2G: Bildung oder: Es ist noch ein weiter Weg – Teil I

Die langen Koalitionsverhandlungen sind zu Ende, der Vertrag liegt vor und alle drei Koalitionsparteien haben sich das Ergebnis auf Parteitagen bzw. durch einen Mitgliederentscheid bestätigen lassen. Wir haben uns den Vertrag mal genauer im Bereich Bildung und Schule angesehen.

Schule ist ein Thema, um das in jedem Wahlkampf heftig gestritten wird. Was erwartet uns im Bildungsbereich in den nächsten fünf Jahren mit einer rot-rot-grünen Koalition in Berlin?

Finanzierung
Während Bildungspolitik in den letzten 15 Jahren der Sparpolitik untergeordnet war, muss und will die neue Koalition jetzt Geld für die
Bildung in die Hand nehmen. Sie muss hier dem Investitionsstau und dem Stellenabbau im Öffentlichen Dienst entgegenwirken, den 15 Jahre „Sparen
bis es quietscht“ produziert haben.

Bei der Schulsanierung und dem Schulneubau kommt es nicht nur darauf an,mehr Geld bereitzustellen, denn in den letzten Jahren konnten aufgrund
fehlender Stellen in den Bauämtern nicht alle bewilligten Gelder verbaut werden. Hier steht eine Umorganisation der Schulsanierung an. Darauf können wir gespannt sein.
Bei den Ausgaben zur Inklusion soll ausdrücklich auf Finanzierungsvorbehalte verzichtet werden. Dies ist zu begrüßen. Wir können uns überraschen lassen, welche gutgemeinten Ideen
letztendlich doch dem Finanzsenator zum Opfer fallen werden.

Die Koalition verspricht, die Personalausstattung zu erhöhen, allerdings ohne eine verbindliche Zahl zu nennen, auf die sie sich später festnageln lassen könnte.
Während in den letzten Haushalten Änderungen immer kostenneutral umgesetzt werden mussten, sollen jetzt die Schulsozialarbeit und die Erzieher_innen besser gestellt werden. Das Jahrgangsübergreifende Lernen
(JüL) und der Ganztagsbetrieb gehen hier allerdings leer aus.

Der Senat macht sich eine Forderung der PIRATEN zu eigen: Er wird eine Bundesratsinitiative zur Absenkung der Mehrwertsteuer für Schul- und
Kitaessen auf 7% für kommerzielle Anbieter und zur generellen Abschaffung der Mehrwertsteuer für gemeinnützige Einrichtungen und Vereine, die Schulen und Kitas mit Essen versorgen, anregen.

Lehrkräfte
Endlich sollen die Gehälter der Grundschullehrer_innen schrittweise an die der Lehrer_innen an Berufs- und Oberschulen angeglichen werden. Das erhöht die Attraktivität des Grundschullehramtes und behebt hoffentlich
langfristig den Personalmangel an den Grundschulen. Trotz des Personalmangels an den Berliner Schulen hat sich die Koalition allerdings nicht dazu durchgerungen, den Quereinstieg in den Lehrerberuf für Absolventen von mehr Fächern zu öffnen. Durch die Verengung auf die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer werden auch weiterhin kaum die Quereinsteiger_innen an den Grundschulen landen.

Teil II folgt

by Gabriele Biwanke-Wenzel at 08. December 2016 02:43 PM

07. December 2016

Flaschenpost

Medienmittwoch: Video Games VS

Medienmittwoch | CC BY Jonathan Dehn

 

Video | CC BY Jonathan Dehn

Video | CC BY Jonathan Dehn

Computerspiele sind inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Viele, viele Menschen in Deutschland spielen am Computer in ihrer Freizeit, langsam, ganz langsam, kommt auch die Tatsache, dass PC-Games nicht immer nur böse sind, sondern auch Kultur vermitteln können, an. Ein Nebeneffekt davon ist, dass viele Menschen sich auch sekundär mit PC-Spielen beschäftigen. Soll heißen, Medien erstellen, die Computerspiele zum Inhalt haben.

So auch mannigfaltig auf Youtube geschehen. Im Channel von Dane Boe gibt es etwas das, was wir euch heute vorstellen wollen. Hier treten Videospiele gegeneinander an. Aber nicht etwa in verschiedenen Kategorien, in denen dann Bewertungen vergeben werden und derjenige mit den besten Bewertungen gewinnt. Nein, sie treten einfach gegeneinander an. Soll heißen, eine Figur aus dem einen tritt gegen eine Figur des anderen Spiels an, mit allen Mechaniken aus den jeweiligen Spielen. Dabei kommen logischerweise sehr unfaire Kämpfe zustande. Wie etwa bei GTA vs. Frogger.

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by Peter Oliver Greza at 07. December 2016 07:13 AM

05. December 2016

Flaschenpost

Verwaltungstreffen 2016

Piratenpartei Logo #BPT13.2 | CC BY 2.0 Piratenpartei Deutschland

Am 3.12.2016 fand in Weimar das Verwaltungstreffen 2016 statt. Der Sperling hat sich Kristos geschnappt und quetscht ihn etwas aus …

 

Sperling: Hallo Kristos, wie geht es dir?

Verwaltungstreffen | CC-BY-SA 2.0 Kristos Thingilouthis

Verwaltungstreffen | CC-BY-SA 2.0 Kristos Thingilouthis

Kristos: Jetzt, wo mein Puls wieder normal ist, geht es mir eigentlich wieder gut.

Sperling: Was genau macht Ihr da eigentlich in Weimar, worum geht es bei dem Treffen?

Kristos: Es haben sich die Schatzmeister und Piraten in der Mitgliederverwaltung und Generalsekretäre (gemeinsam mit Datenschutzbeauftragten) zusammengesetzt, um über verschiedene Verwaltungsthemen zu sprechen.

Insgesamt waren wir etwa 45 Leute, aus dem BuVo waren Lothar (@bitsammelwanne), Steffen (@scarnet3), Thomas (@_tomatenfisch) und ich (@Pirat_Kristos) vor Ort.

Sperling: Gab es ein spezielles oder wichtiges Thema das zu größeren Diskussionen führten?

Es gab verschiedene Treffen, wir hatten jeweils mehrere Slots an Samstag und Sonntag gleichzeitig. Neben den Datenschutzschulungen gab es Themen zur Koordination von IT und DSB, aber auch zur Koordination sowohl der Generalsekretäre als auch Schatzmeister der Länder untereinander.

In meinen Augen am wichtigsten war der erste Beitrag von Lothar und Irmgard, in dem sie noch einmal darauf hingewiesen haben, wie wichtig die rechtzeitige Abgabe der Rechenschaftsberichte ist, und dass damit empfindliche – auch finanzielle – Strafen verbunden sind. Nur 4 Landesverbände waren in der Lage, diese fristgerecht bei den Schatzmeistern einzureichen. Das finde ich ehrlich gesagt eine Frechheit, und äußerst unkollegial und unpiratig. Hier kommen Leute echt, auch persönlich(!) in Schwierigkeiten dafür.

Sperling: Was war für dich besonders wichtig?

Kristos: Wichtig ist mir, dass der Schatzmeisterclub von den Piraten in den Gliederungen unterstützt wird und diese Unterstützung auch in Zukunft einfordern wird und muss. Denn letzten Endes hat der Schatzmeisterclub eine wichtige Verantwortung und zwar, dass wir die gesetzlichen Auflagen erfüllen, damit wir als Partei überhaupt zugelassen werden. Operative Mängel können dazu führen, dass wir um unseren Status als Partei bangen müssen. Vielleicht sind sich viele Piraten dessen nicht bewusst, aber wir sind wie ein Bienenstock, und jeder muss sich zumindest in den wesentlichen Funktionen, die man entschieden hat zu übernehmen, auf den anderen verlassen können.

Gleichzeitig kann der Schatzmeisterclub den Vorstand unterstützen, und letzten Endes gilt wie immer: Wer am Geldhahn sitzt, der kann über Wohl und Wehe entscheiden. Das bedeutet, dass wir nur mit kollegialer Zusammenarbeit mit den Schatzmeistern im nächsten Jahr erfolgreich den Wahlkampf führen können. Die Schatzmeister sind es, die immer beobachten und wissen, wieviel Wasser wir noch unter dem Kiel haben. Gleichzeitig können sie so eine vorausschauende Planung unterstützen, das ist ungemein wichtig für uns.

Sperling: An der einen oder andren Stelle hört man ja mal, das die Partei eine Verwaltungsinfrastruktur für 35.000 Mitglieder plus X aufgebaut hat, mittlerweile aber bei gefühlt 8.000 Mitgliedern diese Größe nicht mehr braucht – wie siehst du das?

Kristos: Ich frage mich worauf genau dieses Gerücht basiert? Unsere Verwaltung hat die Größe, die sie zur Erfüllung der gesetzlichen (Parteigesetz, Datenschutz, usw.) braucht. Klar ist nur, dass bei mehr  Mitgliedern der prozentuale Anteil an “Verwaltungspiraten”, die nötig sind, fällt.

Sperling: Was wünscht du dir persönlich für unsere “stillen Helden” im Verwaltungsmaschinenraum?

Kristos: Die Piraten, die Ihre Zeit dort für uns als Partei investieren, sind das Herz der Partei. Sie entscheiden darüber, wie gut es uns geht, und sie sind es, die eben sagen, ob unser Puls eher schnell oder langsam ist.

Weil sie so wichtig sind wünsche ich mir, dass sie von all den Piraten zeitnah Unterstützung bekommen, von denen sie Sie  brauchen. Das ist total wichtig, damit sie gut arbeiten können.

Sperling: Danke das du dir die Zeit genommen hast und vor allem Danke dir und all den anderen für den Job den Ihr euch da ans Bein gebunden habt.

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by Sperling at 05. December 2016 07:11 AM